| Datenströme über die Stabantenne |
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49 Meter Europa Band
Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung...
Die Kurzwelle ist auch in 2026 durchaus noch interessant. Wer in Europa sein KW-Radio einschaltet, der kann am Vormittag einige Sender im 49m-Band empfangen. Vor etwa 50 Jahren gab es sogar tragbare Radios mit einer extra Taste für das sogenannte Europa-Band. Andere Geräte empfingen nur das 49m-Band auf Kurzwelle.
Rechts ist die Aufzeichnung der realen Frequenzbelegung hier vor Ort vom 8. Januar 2026 zwischen 12:00 und 17:00 zu sehen. Die Abbildung entstand mit RadioScript zwecks möglichem späteren Einbau in die RTTY/CW-Firmware für das SI4732/ESP32-S3 Mini-Radio hier auf dieser Homepage.
Die Anschaffung des Pocket-Radios XHDATA D-220 erfolgte im Jahr 2024. Einige Erweiterungen zu diesem Empfänger (erweiterter Frequenzbereich) ist an anderer Stelle dieser Homepage aufgeführt. Auch das 49m-Band kam zur Sprache. Weiter unten wird gezeigt, wie dieser Apparat das 49m-Band auf die gesamte Skala dehnt und somit einen weiteren Wellenbereich in form einer Kurzwellenlupe bekommt.
Im Detail auf dieser Seite:
- Morgens im Europa-Band
- 49m-Band für das XHDATA D-220 (gedehnte Skala)
Das 49m-Band in Europa erwacht
In der Dämmerung am frühen Morgen so gegen 7:00 wehen noch vereinzelt Sendungen über den Atlantik mit mehr oder weniger gepredigten Botschaften.
Ab 8:00 CET gesellt sich ein weiterer christliche Sender hinzu
Zur halben Stunde gegen 8:30 Uhr werden weitere Stationen wach/hörbar
Und dann folgt gegen 9:00 CET das Erwachen im 49m-Europa-Band. Mi Amigo Int sendet über Kall erfreulicherweise weiter in diesem Jahr, Veronica auf 5955 ist im Dezember allerdings verschwunden, Europa aus NL schaltet auf und nicht zu vergessen ein christlicher Sender aus der Schweiz, der aus Luxemburg sendet.
Jeden Tag gegen 8:55 CET schaltet ShortWaveRadio die Röhren an und um exakt 8:57 CET ertönt auf 6160 kHz Candy Dulfers "Lilly was here" (YT). Kurz vor der vollen Stunde erfolgt die Ankündigung des Sendebeginns der Station. Danach folgt meist die Breakfast-Show.
Und genau um 13:00 CET sendet für eine halbe Stunde der DWD Sprachmeldungen über 6180 kHz.
- 6180 DWD Pinneberg Sprachmeldungen (D)

Etwa 150 km entfernt: Das Band in Enschede um 9:00 Uhr am 11.01.26
Am Wochenende ist die Aktivität erhöht, da viele kleinere Sender ihre Ausstrahlungen zu Gehör bringen.
49m Europa Band Skala XHDATA D-220
Die Kurzwellenskala ist nur etwa 4 cm breit und überstreicht den gesamten Frequenzbereich von 5,6 bis 22 MHz. Mit einem Trick bzw. Mod oder auch einer Modifikation, kann dieses Band über die gesamte Skala gestreckt werden. Dazu ist ein kleiner Eingriff erforderlich, um eine
Europa-Band-Skala von ca. 5800 bis ca. 7000 kHz zu realisieren.
Potentiometer mit Vorwiderstand
Die Abstimmung erfolgt intern über ein Potentiometer von 100k in der Grundausführung. Trennt man einen der der beiden Außenanschlüsse zwischen Poti und DSP-Chip und legt ein 680k Widerstand in Reihe, so erhält man den linken Anfangsbereich der Skala gestreckt. Für Kurzwelle ist das dann ein Bereich von ca. 5600 bis 7000 kHz, wie gewünscht. Allerdings gilt das dann auch für alle anderen Bereiche, so dass bei FM1 nur noch 88 MHz gehört werden kann und auf MW abends nur 540 kHz.



Schalter überbrückt den Vorwiderstand
Um die Modifikation schaltbar zu gestalten reicht eine Überbrückung des Widerstandes per Schalter, wodurch der ursprüngliche Zustand der Mikrometerabstimmung wiederhergestellt ist. Dieser Schalter kann auf verschiedene Arten realisiert werden. Im vorliegenden Fall kommt eine magnetische Lösung zum Einsatz, die keine mechanischen Änderungen am Gehäuse selber erfordert. Ein Magnet schaltet einen Reed-Kontakt über Annäherung.
Umschalter per Stand
Der auf der Rückseite klappbare Ständer dient als Schaltvorrichtung. Optimal wäre ein Reed-Kontakt im Inneren des Radios und eine starke Magnetfolie an der Klappe. Da gerade keine starke Folie verfügbar ist, erfolgt der umgekehrte Weg. Ein kleiner Neodym-Magnet auf der Platine schaltet einen auf der Klappe angebrachren Reed-Kontakt. Dünne Drähte führen vom Kontakt durch die beiden schmalen Schlitze der Klappe zum Widerstand im Gehäuse.
Als kleiner Nebeneffekt schaltet jetzt die Klappe auf FM1 zwischen WDR5 auf 88 MHz und Radio Wuppertal auf 107 MHz um. Ein weiteres Feature scheint im D-220 zu schlummern: Die beiden FM-Bereiche unterscheiden sich nicht nur in der Frequenz, sondern auch bei der Antennenbeschaltung. Eine der Stellungen verwendet auch die interne Ferritantenne zur Verbesserung des Indoor-Empfangs - meint das Internet und somit die KI.
Abstimmen auf Kurzwelle - Tuning-Trick?
Bei der Benutzung des Apparats im SW-Bereich fiel ein eigenartiges Abstimmverhalten auf. Es war nicht das typische Stummschalten zwischen den Kanälen, wie bei vielen anderen digitalen Radios, sondern eine Art AFC, die ständig einrastet. Auffällig war das Verhalten am linken Rand der Skala, wo am Abend ab und zu Shannon Radio in SSB auftauchte, aber nicht bei jedem Dreh am Tuning-Knopf. Nur wenn die Dame sprach, also ein Signal vorlag, wurde auf die Shannon-Frequenz 5508 abgestimmt, die ja auch noch außerhalb des angegebenen Frequenzspektrums liegt.
Um die durchgehende Skala für so einen großen Frequenzbereich benutzen zu können haben sich die Entwickler etwas Besonderes ausgedacht, was jedoch nicht der Beschreibung entnommen werden kann. Mit folgender Annahme kann das Abstimmverhalten möglicherweise klarer werden: Das Radio stimmt über ein 100k-Potentiometer ab. Aktueller Widerstandwert und neuer Widerstandwert beim Tuning erlauben die Erfassung der Abstimmrichtung. Es wird ein Scan oder Sendersuchlauf in entsprechender Richtung gestartet, der anhält sobald ein Signal vorliegt. Sonst läuft der Scan bis zur Frequenz der dem Widerstandswert des Potis entspricht.
Dieses Verhalten fällt zunächst nicht auf, es zeigt jedoch beim langsamen Dreh in den Rundfunkbändern ein Sender neben dem Anderen, was subjektiv einen guten Empfänger vorgibt. Diese Annahme erklärt auch das oft seltsame Verhalten beim Zurückdrehen. Es kann aber auch völlig anders funktionieren!
Fahrrad-Radio - Empfang an See und Fluss
Um den guten Empfang auf Kurzwelle wirklich zu erfahren, sollte man dem häuslichen Störnebel entfliehen. Wegen des Hemdtaschenformats kann das Gerät bei jedem Ausflug dabei sein. Ob in Schweden am Fluss oder am See in Unterbach, ein Kanal kommt im Herbst 2024 am Tage gut herein: Channel 292 im 41m-Band. Bei ausgezogener Antenne und in der Hand gehalten ertönen Klänge der alten Seesender. Als Orientierung gilt beim hier verwendeten Exemplar die Marke 76 MHz der FM2-Skala. Im rechten Skalenbereich findet man reichlich Rundfunkprogramme in den jeweiligen Bändern.
Zwischen den Rundfunkbändern - SSB mit AD9850
Zwischen den Rundfunkbändern sind allerlei andere Signale zu hören. Als weitere Orientierung zur Abstimmung können die Amateur-Bänder dienen. Ihre jaulenden FT8-Signale sind inzwischen so stark, dass sie fast immer deutlich ausgemacht werden können. Am Wochenende kommen meist die Konteste dazu, wo verstärkte Aktivität bei den Funkamateuren herrscht. Morse, RTTY und Sprache kann man erkennen. Bilder werden meist um 14230 kHz als SSTV in Farbe übertragen. Zwischen Channel 292 und dem nächsten Rundfunkband oder Amateurband senden zwei starke Sender aus Pinneberg. Einmal WetterFax und einmal Seewetter in RTTY. Die gesendeten Wetterbilder erkennt man im AM-Modus, also dem normalen Empfangsmodus des Radios an einer Art Pferdegalopp. Genauer hingehört erkennt man eine mit 120 U/min "drehende" Bildwalze, die ihre Helligkeitswerte übermittelt.
Mittels ESP8266Basic und dem Frequenzgeneratorbaustein AD9850 kann der gesamte Bereich mit einem Trägersignal versorgt werden, wodurch Einseitenbandmodulationen SSB hörbar und verständlich werden. Die Frequenz wird hier aus einer Liste ausgewählt oder numerisch eingegeben. Die Steuerung erfolgt über einen Browser der eigenen Wahl. Unterwegs spannt der ESP8266 ein eigenes WLAN auf - ganz ohne Router und Internet - und ist bei Verbindung mit seinem WiFi-Hotspot im Browser über die IP 192.168.4.1 zu erreichen. Im Software-Teil dieser Homepage ist das Programm gelistet.

Die Abbildung zeigt den ad-hoc Erstempfang (ohne Sync) der Fax-Ausstrahlung mittels Radio XHDATA D-220 und Smartphone-App HF Weather Fax übertragen per Radio-Lautsprecher/Handy-Mikrofon mit Unterstützung des AD9850/ESP8266.
Stromaufnahme und Spieldauer - mit Ladda
Trotz Digitaltechnik spielt das Taschenradio sehr lange mit seinen zwei AA's, ganz im Gegensatz zu einer an anderer Stelle gelesenen Kritik. Mit den Japanischen Ladda-Akkus aus dem Schwedischen Möbelhaus und 1900 mAh Kapazität pro Stück und einer gemessenen Stromaufnahme von etwa 27 mA im AM-Betrieb und etwa 30 mA im FM-Betrieb, ergeben sich ca. 70 Stunden oder mehr im Dauerbetrieb. Rechts der Empfang am Schwedischen Fluss. In der Praxis spielt das Radio subjektiv genau so lange, wie ein sparsames Analog-Radio aus den 80ern.
Das oben beschriebene Abstimmverhalten sorgt auch dafür, dass das Radio öfter mal die Kurzwelle "manuell" scannt, auch weil die Empfindlichkeit außergewöhnlich hoch ist für ein Gerät dieser Kategorie. Dies gilt übrigens auch für dem FM-Bereich. Hier können auf z. B. dem Sofa oft Belgische Sender in allen drei Sprachen gehört werden.